29.03.2012

Deutschland: Wenn Theologen und Islamwissenschaftler zusammen forschen

Experten dikutieren über die Zukunft des Theologiestudiums an Universitäten

Deutschland: Wenn Theologen und Islamwissenschaftler zusammen forschen

Experten dikutieren über die Zukunft des Theologiestudiums an Universitäten

Berlin (idea) – Welche Möglichkeiten und Grenzen hat die Theologie an den Universitäten? Darüber diskutierten Experten bei einer Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung am 28. März in Berlin. Der Vorsitzende des Evangelisch-Theologischen Fäkultätentages, Prof. Jürgen van Oorschot (Erlangen), sieht die Fakultäten vor einer massiven Herausforderung. Es gelte, neue Disziplinen zu integrieren, etwa die Ausbildung islamischer Religionslehrer. Es habe einen gewissen Reiz, die drei großen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – in der Forschung zusammenzuführen. Van Oorschot arbeitet am 2011 gegründeten Zentralinstitut „Anthropologie der Religionen“ in Erlangen. Dort forschen Philosophen, Theologen, Naturwissenschaftler, Mediziner, Rechtswissenschaftler und Islamwissenschaftler disziplinen- und fakultätsübergreifend zusammen. Er könne dieses Modell auch traditionsreichen Standorten wie Tübingen oder Berlin empfehlen, so van Oorschot. Er halte es jedoch für plausibel, dass ein evangelischer Pfarrer oder Religionslehrer auch Evangelische Theologie studiert haben müsse. Daher sei die „Konfessionsklausel“, die die evangelische bzw. katholische Konfession vorschreibt, weiterhin notwendig. Der Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der EKD, Prof. Hans Michael Heinig (Göttingen), sagte, die Theologie dürfe sich nicht in ein selbstgenügsames Biotop zurückziehen. Theologie habe nur dann eine Zukunft, wenn sie sich anderen Wissenschaften öffne.