29.03.2012
Kuwait: Einem Twitter-Nutzer droht die Todesstrafe
In Kuwait soll ein Mann den Propheten Mohammed beleidigt haben
Kuwait: Einem Twitter-Nutzer droht die Todesstrafe
In Kuwait soll ein Mann den Propheten Mohammed beleidigt haben
Kuwait/London (idea) – Weil er den Propheten Mohammed über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter beleidigt haben soll, ist am 27. März ein Mann in Kuwait verhaftet worden. Das Innenministerium bestätigte die Festnahme des Mannes gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur KUNA (Kuwait-Stadt). Der Name des Beschuldigten wurde nicht genannt. In dem muslimisch geprägten Land ist Blasphemie nach dem islamischen Religionsgesetz, der Scharia, strafbar. Anders als beispielsweise in Saudi-Arabien ist zwar die Todesstrafe nicht vorgesehen, doch im kuwaitischen Parlament wurden erste Stimmen laut, die die Hinrichtung des mutmaßlichen Täters forderten. Nach Angaben der kuwaitischen Tageszeitung Arab Times (Safat) hätten einige Parlamentarier sogar Selbstjustiz erwogen, falls kein Todesurteil gesprochen werde. Das Innenministerium bedauerte „den Missbrauch von sozialen Netzwerken durch bestimmte Personen, um grundlegende islamische und geistige Werte zu verletzen”. Bei der Bekämpfung blasphemischer Straftaten werde man eine Politik der Null-Toleranz anwenden.
Beschuldigter bestreitet die Tat
Der Beschuldigte bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. „Ich würde niemals den Heiligen Propheten beleidigen“, sagte er gegenüber kuwaitischen Medien. Er vermutet, dass sein Twitter-Konto von Hackern angegriffen und der Eintrag von Dritten erstellt wurde. In den vergangenen Jahren kam es in Kuwait aufgrund von Blasphemie-Vorwürfen immer wieder zu Verurteilungen. Die Täter erhielten Freiheitsstrafen oder Geldbußen.