30.03.2012
Sudan: Christen im Visier
(Open Doors) - Das Vorgehen des sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir gegen schwarzafrikanische, nichtarabische Ethnien in den Nuba-Bergen (Südkordofan) dient offenbar auch dem Ziel, Christen aus der Region zu vertreiben. In dem erdölreichen Grenzgebiet zum Südsudan leben Anhänger verschiedener Religionen. Dem Nachrichtendienst Compass Direct sagte ein sudanesischer Mitarbeiter einer humanitären Organisation, der anonym bleiben möchte: Parallel zu den Luftangriffen gehen brutale, staatlich finanzierte Milizen von Haus zu Haus, um Christen und Schwarzafrikaner, die traditionellen Religionen folgen, aufzuspüren: "Der islamische Norden sieht Nuba-Christen als Ungläubige an, die islamisiert werden müssen. Dieser Krieg ist eine ethnische Säuberung und ist ebenso religiös wie auch politisch motiviert. Es wirklich eine komplizierte Lage."
Nach Einschätzungen des Mitarbeiters ermöglichten es die gezielten Angriffe auf Christen dem Regime in Khartum, seine Taten gegenüber Muslimen im Ausland als "Dschihad" darzustellen und sich dadurch die Unterstützung islamischer Länder zu sichern. Zudem, so berichten einheimische Christen, werde unterstellt, dass sudanesische Christen die Unterstützung von Kirchen aus dem westlichen Ausland erhalten, welche gegen den Islam und die Militäraktionen des Nordens in Südkordofan eintreten. Einem Bericht des US-Außenministeriums zufolge hält die Übergangsverfassung (INC) des Sudan an der Scharia (das islamische Recht) als Grundlage der Gesetzgebung fest, und die Regierung begünstigt den Islam. Bei etlichen Gelegenheiten hat der sudanesische Präsident Omar al Bashir betont, dass die endgültige Verfassung des Sudan noch stärker in der Scharia verankert werden solle.
Vorfälle gegen Christen
In Kadugli, der Hauptstadt Südkordofans, wurden nach Compass Direct Informationen zwischen Juni 2011 und März 2012 mindestens vier Kirchen zerstört und mehr als 20 Christen getötet. Am 25. Februar kam bei einem Luftangriff auf die Stadt Umsirdipa eine fünfköpfige Familie um, die der Episkopalkirche des Sudan angehörte. Am 26. Februar besuchten drei kirchliche Leiter unter Führung von Bischof Daniel Deng von der Episkopalkirche des Sudan verwüstete Viertel Kaduglis und beschwerten sich bei der Regierung. Dort hörten sie von einem Regierungsvertreter, nicht seine Regierung, sondern südsudanesische und andere Milizen seien für die Zerstörung von Kirchen verantwortlich.
Am 2. Februar bombardierten nach Open Doors Informationen sudanesische Militärs aus der Luft eine Bibelschule in den Nuba-Bergen. Schüler und Lehrer flohen daraufhin in die Nuba-Berge. Obwohl sich an diesem ersten Schultag zahlreiche Schüler, Angehörige und Mitarbeiter auf dem Gelände aufhielten, wurde niemand getötet. Das "Heiban Bible College" wurde von der US-amerikanischen christlichen Hilfsorganisation "Samaritan’s Purse" gegründet. Ein Open Doors-Kontakt in der Region berichtete, dass alle Schulen in den Nuba-Bergen nach dem Angriff zeitweise geschlossen waren. Eine Schule der "Sudanese Church of Christ" (SCOC) war Anfang Februar ebenfalls angegriffen worden. Dabei starben zwei Schüler.
Bitte beten Sie für die Christen in diesem geschundenen Land.
- Beten Sie für den Schutz der Bevölkerung in den Nuba Bergen und ein Ende der brutalen Angriffe durch Flugzeuge und Milizen.
- Beten Sie um Stärkung für die Gemeinde Jesu im Sudan, die seit der Abspaltung des Südsudan unter erheblich größerem Druck und zahlreichen neuen Restriktionen zu leiden hat. Viele Christen haben das Land bereits verlassen.
- Beten Sie, dass die Arbeit der Hilfsorganisationen zur Versorgung der Bevölkerung in den Krisengebieten Früchte trägt und die Menschen mit dem Nötigen versorgt werden.
- Beten Sie für die Ausbreitung des Evangeliums, der Botschaft der Hoffnung, besonders in den Krisengebieten. Beten Sie, dass die Christen mutig sind, die Möglichkeiten zu erkennen und weise zu nutzen.