01.05.2012

Deutschland: "Religionsfrieden ist ein Schlüssel zum Weltfrieden"

EKD-Referent: Einsatz für Menschenrechte zählt zum „Kerngeschäft“ der Kirche

Deutschland: "Religionsfrieden ist ein Schlüssel zum Weltfrieden"

EKD-Referent: Einsatz für Menschenrechte zählt zum „Kerngeschäft“ der Kirche

Schwerte (idea) – Der Einsatz für Menschenrechte gehört zum „Kerngeschäft“ der Kirche. Das hat Oberkirchenrat Thorsten Leißer (Hannover) bei einer Tagung hervorgehoben, die am 26. und 27. April in der Evangelischen Akademie Villigst (Schwerte) stattfand. Er ist im EKD-Kirchenamt für die Arbeitsfelder Menschenrechte und Migration zuständig. „Der Frieden zwischen den Religionen birgt einen Schlüssel zum Frieden in der Welt“, sagte er bei der Menschenrechtskonferenz. Der Generalsekretär der Gefangenenhilfsorganisation „amnesty international“ Deutschland, Wolfgang Grenz (Bonn), kritisierte Versuche besonders von Regierungen asiatischer Länder, die universellen Menschenrechte unter Hinweis auf kulturelle Traditionen zu relativieren. Grenz: „Ein Folteropfer wird die Folter ablehnen, und zwar in allen Kulturen der Welt.“ Der Einsatz für die Religionsfreiheit als Menschenrecht werde umso glaubwürdiger, je deutlicher diese Freiheit für alle Religionsgruppen eingefordert werde. Markus Löning (FDP), Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, berichtete, dass ihm bei seinen Reisen zur Frage der Religionsfreiheit der Spiegel vorgehalten werde: „In Ägypten beobachtet man sehr genau, was hier bei uns an Diskriminierung geschieht.“ Jochen Motte (Wuppertal), Vorstandsmitglied der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) stellte fest, dass Kirchen als örtlich und global vernetzte Organisationen spezielle Chancen hätten: Sie sollten sich für die Rechte der Opfer einsetzen, aber auch die Regierungen immer wieder an ihre Pflicht erinnern, den unteilbaren Menschenrechten Geltung zu verschaffen. Die Villigster Tagung war die erste öffentliche Veranstaltung der „Plattform Menschenrechte“. Gemeinsam wollen damit die EKD, die Diakonie, das Hilfswerk „Brot für die Welt“ und die VEM ihr Engagement für die Menschenrechte bündeln und stärken.