03.05.2012

Deutschland: ACK gegen multireligiösen Religionsunterricht

Schleswig-Holstein: Überkonfessionelle Vereinigung lehnt Vorstellungen von Oppositionsparteien ab

Deutschland: ACK gegen multireligiösen Religionsunterricht

Schleswig-Holstein: Überkonfessionelle Vereinigung lehnt Vorstellungen von Oppositionsparteien ab

Hamburg (idea) – Gegen einen multireligiösen Religionsunterricht wendet sich die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Schleswig-Holstein. Vor der Landtagswahl am 6. Mai haben sich die Oppositionsparteien für ein Ende des konfessionellen Religionsunterrichts ausgesprochen. SPD und Grüne wollen stattdessen ein allgemein christliches oder multireligiöses Fach, die Linke nur Ethik-Unterricht, und die Piraten sagen Nein zu jeder „religiös motivierten Wissensvermittlung“. In der ACK arbeiten Lutheraner, Katholiken, Reformierte, Baptisten, Methodisten, Altkatholiken, Orthodoxe und Mennoniten zusammen. Für den Vorsitzenden, den nordelbischen Pastor Martin Haasler (Hamburg), ist das Hauptproblem, dass der Religionsunterricht an vielen Schulen nicht im vorgeschriebenen Maße gegeben werde oder komplett ausfalle. Haasler: „Wir bleiben den jungen Menschen also die Vermittlung von Werten und von den Grundlagen des christlichen Glaubens schuldig.“ Für den Dialog mit Muslimen sowie Vertretern anderer Religionen sei es wichtig, dass junge Menschen zunächst ihren eigenen Standpunkt fänden, damit sie ihn vertreten könnten. Viele Muslime hätten kein Verständnis dafür, dass Christen so wenig über ihren eigenen Glauben wüssten und daher gar nicht zu einem Dialog in der Lage seien. Pastor Helge Frey von der Kieler Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) ergänzt: „Wenn sich rund zwei Drittel der Kinder einer christlichen Kirche zugehörig wissen, sollte sich das in der Praxis des Religionsunterrichts niederschlagen.“ Die ACK setze sich für einen ehrlichen und vorurteilsfreien interreligiösen Dialog ein; dieser helfe, das eigene Bewusstsein zu schärfen. Muslimen sei es unbenommen, einen Anspruch auf Islamunterricht geltend zu machen. Dieser müsse den Anforderungen an den Unterricht einer deutschen Schule entsprechen. Das gelte auch für die Ausbildung von Islamlehrern. Für die Beibehaltung des konfessionellen Religionsunterrichts in Schleswig-Holstein setzen sich ebenfalls das katholische Erzbistum Hamburg, die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche und die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Nordelbien ein.