04.05.2012
Syrien: Bedrohung für Christen nimmt zu
Tausende haben Homs verlassen – Einheimischer Christ: "Welche Zukunft haben wir?"
Syrien: Bedrohung für Christen nimmt zu
Tausende haben Homs verlassen – Einheimischer Christ:
"Welche Zukunft haben wir?"
(Open Doors) - Die syrische Protesthochburg Homs ist eine Stadt in Angst. Trotz Beobachtermission der Vereinten Nationen wird weiter geschossen. Beunruhigend sind auch die Meldungen, die Open Doors jüngst von Christen aus der Stadt erhalten hat. Demnach richtet sich die Feindseligkeit immer offener gegen sie. Christen stehen in diesem Bürgerkrieg zwischen den Fronten - etwa in Rückzugsgebieten der Rebellen, wo überwiegend Christen leben. Das Hilfswerk Open Doors, das Projekte zur Stärkung der Christen in Syrien unterhält, bittet, für die dortige Gemeinde Jesu zu beten.
Kein Weg zurück
Vor dem Konflikt lebten etwa 40.000 Christen in Homs. Heute sind es weniger als 5.000. Die meisten sind wegen der Unruhen geflohen und die verbliebenen Gläubigen stehen unter hohem Druck. Wie Open Doors berichtet wurde, erhielten in Homs jüngst Christen "Besuch" von extremistischen sunnitischen Gruppen. Diese stellten sie vor die Wahl, entweder die Stadt zu verlassen oder getötet zu werden. "Wir hören Gewehrschüsse und Bombenexplosionen. Es ist schrecklich", erzählt Petros*, ein betroffener Christ. "Und dann, eines Nachts, klopft es an unsere Tür und Männer sagen zu mir: 'Wir haben dieses Gebiet eingenommen: Vielleicht wäre es für euch nun an der Zeit wegzugehen." Wie viele andere muss auch Petros jeden Tag neu abwägen, ob es für ihn und seine Familie noch eine Zukunft in Syrien gibt: "Ihr könnt euch vorstellen, in welcher Angst wir leben", erzählt er. "Ich frage: 'Herr, wo sollen wir hin? Wie sieht die Zukunft unserer Kinder aus? Und was wird aus unserem Haus?" Eigentlich kennt Petros die Antwort auf die letzte Frage bereits. Denn in viele Häuser geflohener Christen sind bereits andere Menschen eingezogen. Mit einer Rückgabe der Häuser an ihre rechtmäßigen Besitzer ist wohl kaum zu rechnen. Ohnehin kehren die wenigsten Christen, die die Stadt verlassen haben, jemals zurück.
Bleiben, um beizustehen
Doch andererseits bleiben einige Kirchenleiter auch bewusst in Homs. Sie wollen den verbliebenen Christen beistehen, erklärt George, der auch mithilft. "Noch gibt es Christen in Syrien. Doch wenn sie keine Hoffnung mehr haben, werden auch sie gehen. Daher besuchen wir Familien in Homs, Daraa und anderen Regionen und helfen mit dem Nötigsten. Dank eurer Hilfe und eurer Gebete sind wir gestärkt und können die Mitchristen unterstützen."
Bitte stellen Sie sich im Gebet an die Seite der Christen in Syrien. Wir danken Ihnen.
• Danken Sie für die Christen und Gemeinden in Syrien, die in dieser unsicheren Lage ausharren. Beten Sie um Weisheit für die Kirchenleiter. Beten Sie für die vielen Flüchtlingsfamilien.
• Beten Sie für unsere Projekte zur Stärkung von Christen.
• Beten Sie für ein Ende der Gewalt in Syrien.
• Beten Sie, dass es auch zukünftig eine starke christliche Gemeinschaft in Syrien geben wird.