09.05.2012
Türkei: Hin zu einem Gottesstaat?
EAK-Bezirksvorsitzender vermisst „Aufschrei der Anständigen“
Hof (idea) – Ein Desinteresse des Westens an der religiösen Entwicklung in der Türkei ist bei einer Veranstaltung des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CSU Oberfranken am 4. Mai in Hof kritisiert worden. Nach Angaben des EAK-Bezirksvorsitzenden, Pfarrer Jürgen Henkel (Selb), wird in der Türkei noch immer der Völkermord von 1915/1916 an den Armeniern geleugnet. In den Medien und Schulbüchern dürfe das Verbrechen an rund einer Million Christen nicht vorkommen. Bis heute würden Kirchen und Klöster verfolgt mit dem Ziel, das Christentum auszulöschen. Henkel vermisst einen „Aufschrei der Anständigen“ in Kirchen und Politik. Kritisiert wurde auch das kirchliche Schweigen zur Umwidmung der Hagia Sophia-Kirche in Iznik, dem früheren Nizäa, von einem Museum zu einer Moschee. Die aus dem 4. Jahrhundert stammende Kirche wurde im Osmanischen Reich enteignet und als Moschee genutzt. Damit sie ein Mahnmal für religiösen Frieden sein könne, sei sie vom Gründer der modernen Türkei, Kemal Atatürk (1881-1938), 1930 in ein Museum umgewandelt worden, sagte der Vorsitzende des EAK-Kreisverbandes Hochfranken, Florian Goßler (Selb). Seiner Ansicht nach ist die im November erfolgte Umwidmung in eine Moschee ein Beweis für die fortschreitende Islamisierung der Türkei hin zu einem Gottesstaat.