10.05.2012
Nigeria: Sieben Christen in Zentralnigeria ermordet
Das Massaker ereignete sich am 9.5. im Ort Tahoss nahe der Stadt Jos. Es muss vermutlich im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen sesshaften Juba oder anderen Völkern und den nomadisierenden Fulani gesehen werden. Diese Konflikte entzünden sich zumeist um Landverteilung und -nutzung, sind jedoch nicht außerhalb des religiösen Kontextes zu betrachten, da die Fulani Muslime sind und die meisten Ackerbauern in bestimmten Regionen Nord- und Zentralnigerias eher zu den Naturreligionen oder zum Christentum tendieren. Hier sehen wir die unheilvolle Verquickung von ethnischen, sozialen und religiösen Konflikten, die Nigeria in den letzten ca. 10 Jahren nicht zur Ruhe kommen lässt, da die radikalislamische Terrogruppe “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) diese Spannungen immer wieder zur Begründung ihrer brutalen, blutigen Massaker missbraucht.
Die Täter des jüngsten Anschlages zielten offensichtlich auf die Mitglieder einer bestimmten, in Tahoss ansässigen, Familie ab. Sie zündeten deren Haus an und feuerten aus automatischen Waffen auf die aus der Feuerhölle Flüchtenden. Der örtliche Polizeivertreter Samuel Dabei bestätigt die Zahl der Toten, da er selbst die Leichen sah und gibt an, dass die Ermittlungen angelaufen sind. Human Rights Watch gibt an, dass bei Konflikten in der Region Plateau State während der letzten zwei Jahre ca. 1000 Menschen ums Leben kamen.
Quelle: Berliner Gebetskreis übersetzt aus Quelle: “the Washington Post”