11.05.2012

Deutschland: Salafisten nutzen die große Bühne

Radikal-islamische Salafisten-Prediger nutzen verstärkt das Netz, um für ihre Sache zu werben. Auf dem Internetportal YouTube zelebrieren sie in Videos ihre "Missionserfolge". Ein Kommentar von idea-Redakteur Dennis Pfeifer.

Deutschland: Salafisten nutzen die große Bühne

Radikal-islamische Salafisten-Prediger nutzen verstärkt das Netz, um für ihre Sache zu werben. Auf dem Internetportal YouTube zelebrieren sie in Videos ihre "Missionserfolge". Ein Kommentar von idea-Redakteur Dennis Pfeifer.

Es mutet an wie eine Szene beim Empfang einer siegreichen Fußballmannschaft: Eine begeisterte Menschenmasse jubelt und skandiert Schlachtrufe. Doch die Menschen im Video feiern nicht etwa ihre Sportidole – es sind Muslime, die nach Frankfurt am Main gekommen sind, um eine Massenbekehrung junger Menschen zum Islam zu zelebrieren. Immer wieder brüllen sie "Allahu akbar!" (Allah ist größer). Beifall brandet auf, als sich weitere Bekehrungswillige auf der Bühne präsentieren. Am Ende sprechen 17 Konvertiten das muslimische Glaubensbekenntnis, das ihnen vom selbsternannten "muslimischen Eroberer Deutschlands", Pierre Vogel, abgenommen wird.

Zu sehen ist diese fanatische Szenerie in einem zehn-minütigen Video auf dem Internetportal YouTube. Die Dokumentation solcher Veranstaltungen ist mittlerweile kein Einzelfall mehr, sondern vielmehr Teil einer Strategie salafistischer Missionare. Auf YouTube findet sich daher eine ganze Reihe ähnlicher Kurzfilme. Ob auf öffentlichen Plätzen oder in Moscheen – mit der medialen Präsentation der Glaubenskonversion soll Aufmerksamkeit erregt werden, um weitere Mitstreiter zu gewinnen. Über das Internet erreichen diese Botschaften Tausende potenzielle Anhänger. Es sollen Zeichen des Sieges der "Dawa" (Mission) sein. Dabei scheint es völlig egal, auf welche Weise der Übertritt stattfindet: In einem Video nimmt der Ex-Boxer Vogel einem Konvertiten sogar während der Autofahrt das Glaubensbekenntnis über das Handy ab. In einem anderen Video bekennt sich ein taubstummer Junge schriftlich zum Islam.

Unterstützung aus dem Ausland

Welchen Stellenwert die salafistische Mission in Deutschland mittlerweile hat, beweist das Auftreten hochrangiger ausländischer Religionsgelehrter. Aus Ägypten und Saudi-Arabien reisen die Prediger an, um die Veranstaltungen zu unterstützen. In vielen Videos ist der Kölner Ibrahim Abou-Nagie mit von der Partie, der Kopf hinter der derzeitige Koranverteilung in deutschsprachigen Innenstädten. Woher das Geld für die kostenlosen Korane kam, ist bislang nicht bekannt. Die Bilder der Videos zeigen allerdings, wie gut die Salafisten weltweit vernetzt sind.

Quelle: idea