12.05.2012

Afrika: El Kaida nimmt Christen ins Visier

Weltweite Evangelische Allianz: Extremisten fassen in vielen Ländern Fuß

Afrika: El Kaida nimmt Christen ins Visier

Weltweite Evangelische Allianz: Extremisten fassen in vielen Ländern Fuß

New York (idea) – Das Terrornetzwerk El Kaida nimmt zunehmend Christen in Afrika ins Visier. Auf dem Kontinent mehren sich Anschläge auf Kirchen. Sie werden von militanten Gruppen verübt, die mit El Kaida in Verbindung stehen. Darauf macht die Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) aufmerksam. In einem Hintergrundbericht verweist sie auf eine Reihe von Terroranschlägen auf Kirchen und christliche Einrichtungen in Nigeria und Mali (Westafrika), Kenia und Sudan (Ostafrika) sowie Somalia (Horn von Afrika). Für die Gewalttaten, die seit Ostern mindestens 65 Todesopfer forderten, werden mehrere Terrorgruppen mit Beziehungen zu El Kaida verantwortlich gemacht: Boko Haram (Nigeria), El Shabab (Somalia), Ansar Dine (Mali) und Ansar al-Suna (Sudan). Einige wollen ganze Regionen von Christen „säubern“, andere verfolgen das Ziel, mit Gewalt einen islamischen Gottesstaat zu errichten, in dem sich alle dem Religionsgesetz Scharia beugen müssen.

El Kaida verliert in Afghanistan an Boden

Wie die WEA-Kommission schreibt, verliere El Kaida in Afghanistan aufgrund des westlichen Militäreinsatzes immer mehr an Boden. Verzweifelt halte das Netzwerk Ausschau nach neuen Territorien. In Afrika wolle es instabile Regionen unter seine Kontrolle bringen, um dort mehr oder weniger frei operieren zu können. Daher stärke El Kaida lokale Extremisten. Auch habe der Arabische Frühling in Nordafrika nicht nur Demokraten, sondern auch Extremisten Auftrieb gegeben. In Ländern mit korrupten Herrschaftssystemen sowie bei bewaffneten Rebellen finde das Terrornetzwerk fruchtbaren Boden vor.

Islamischer Extremismus darf sich nicht weiter ausbreiten

Wenn es der internationalen Staatengemeinschaft nicht gelinge, die Ausbreitung radikaler muslimischer Bewegungen in Afrika einzudämmen, werde der gegen Christen gerichtete Terrorismus an Fahrt gewinnen. Westliche Militärhilfe für Verbündete könne nur ein Teil der Lösung sein. Am wichtigsten sei es, demokratische Institutionen zu stärken und Verhältnisse abzubauen, die dem Terrorismus förderlich sind wie Armut und Korruption. Der Bericht wird vom Direktor der Kommission, Godfrey Yogarajah (Colombo/Sri Lanka), herausgegeben. Die WEA mit Sitz in New York repräsentiert rund 600 Millionen Evangelikale in 128 Ländern.