15.05.2012
Kenia: Politiker sind alarmiert
Somalische militante Gruppe bildet hunderte kenianische Jugendliche aus
Kenia: Politiker sind alarmiert
Somalische militante Gruppe bildet hunderte kenianische Jugendliche aus
NAIROBI, Kenia —Laut Aussage eines ranghohen Polizeioffiziers in der kenianischen Hauptstadt Nairobi seien mehrere Hundert kenianische Jugendliche von einer militanten, Al Qaida nahestehenden Gruppe in Somalia ausgebildet worden. Diese Jugendlichen stellten nun, nach ihrer Rückkehr nach Kenia, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Dies meldet die Washington Post in einem von der Associated Press übernommenen Bericht.
Polizeikommissar Mathew Iteere sagte, dass ein von der somalischen al-Shabaab Miliz trainierter Kenianer kürzlich eine Handgranate während eines Gottesdienstes in eine Kirche warf. Dabei wurden 2 Menschen getötet und 15 verletzt.
Ein von Iteere veröffentlichtes Foto zeigt den Mann, Deckname Amar. Augenzeugen identifizierten Amar als den Attentäter. Nachdem die Handgranate explodiert war, wollten einige Gottesdienstbesucher den Angreifer zunächst verfolgen. Er entkam jedoch, da er mit einer Pistole auf die Verfolger schoß, ergänzte Iteere.
Einige Kirchenmitglieder sagten, dass der Anschlag die Folge eines Landstreites sei. Polizeikommissar Iteere gab jedoch an, dass ein Führer der al-Shabaab, Scheich Ismael Ali, Verantwortung für den Anschlag übernahm und schwor, Selbstmordattentäter zu senden.
Laut Polizeisprecher Eric Kiraithe ist Amar Kenianer, gehört aber nicht zu den vielen Somaliern, die Teil der kenianischen Bevölkerung sind. In einem ähnlich gelagerten Fall im vergangenen Oktober hat sich der Kenianer Elgiva Bwire schuldig bekannt eine Handgranate auf Menschen geworfen zu haben, die an einer Bushaltestelle in Nairobi warteten. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Ein Bericht der Vereinten Nationen vom Juli, geschrieben von UN-Experten die das Waffenembargo gegen Somalia und Eritrea überwachen, wirft ein besonderes Licht auf die al-Shabaab Miliz:
Ihre Aktivitäten zielen nun darauf, nicht-somalische Bürger aus anderen ostafrikanischen Ländern für den Jihad zu rekrutieren, während sie sich in der Vergangenheit hauptsächlich auf die ethnischen Somalier konzentrierte hätten. Diese neue Generation von ostafrikanischen Jihadisten kommt entweder aus einem Slum in Nairobi, aus dem Grenzgebiet zu Somalia oder vom kenianischen Küstenstreifen. Sie stellt sowohl eine Gefährdung der Sicherheit der gesamten Region als auch der internationalen Gemeinschaft dort dar.
Polizeikommissar Iteere sagte abschließend, dass der jüngste Angriff nur einer von einer ganzen Reihe von Angriffen mit Handgranaten und Feuerwaffen ist, seitdem Kenia im vergangenen Oktober Truppen in die Grenzregion zu Somalia entsandt hat. So hat der schwerste der Anschläge auf einen großen Busbahnhof in Nairobi im März 9 Tote und 40 Verletzte gefordert. Mindestens 40 Personen seien durch die Anschläge getötet worden.
Die al-Shabaab Miliz hat einen großen Anschlag angekündigt. Dies sei die Vergeltung dafür, dass Kenia Truppen nach Somalia entsandt hat um die Al-Shabaab dort zu jagen.
Quelle: Associated Press, 4. May 2012 Hier ist der Link zum Original-Artikel:
siehe auch Kurznotitz vom 2.5.2012, wir berichteten damals von einem Toten und 15 Verletzten, wahrscheinlich ist bei dem Attentat in der Kirche noch ein Mensch getötet worden.
<link arbeitskreise religionsfreiheit nachrichten einzelansicht article kenia-attentat-auf-eine-kirche.html>www.ead.de/arbeitskreise/religionsfreiheit/nachrichten/einzelansicht/article/kenia-attentat-auf-eine-kirche.html