18.05.2012

Deutschland: Israelischer Botschafter dankt Sächsischen Israelfreunden

Jüdisch-christliche Begegnungsstätte in Reichenbach eingeweiht

Deutschland: Israelischer Botschafter dankt Sächsischen Israelfreunden

Jüdisch-christliche Begegnungsstätte in Reichenbach eingeweiht

Reichenbach (idea) – Als „sichtbares Zeichen der Solidarität mit Israel“ hat der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman (Berlin), das neue „Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Geschichte und Kultur“ im sächsischen Reichenbach (bei Plauen) gewürdigt. Träger sind die „Sächsischen Israelfreunde“. Das Zentrum wurde an Christi Himmelfahrt während der 16. Sächsischen Israelkonferenz eingeweiht. Wie Hadas-Handelsman gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, sei dieses Zentrum vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte etwas Besonderes. Eine der Hauptaufgaben der Einrichtung sehe er darin, das Wissen und die Erinnerung an den Holocaust auch bei der jungen Generation wach zu halten. Denn Antisemitismus sei nach wie vor ein Thema, auch wenn er heute vielfach unter dem Deckmantel anti-israelischer Einstellungen daherkomme. Der Botschafter dankte den Sächsischen Israelfreunden für deren Engagement für das jüdische Volk. Als Beispiel nannte er die Arbeitseinsätze sächsischer Handwerker in Israel, die Wohnungen von Holocaust-Überlebenden renovieren. „Diese Handwerker zeigen das andere, heutige Gesicht Deutschlands“, so Hadas-Handelsman.

Staatssekretär: Jüdisches Leben ist ein Teil der deutschen Kultur

Der Regierungssprecher der sächsischen Staatsregierung, Staatssekretär Johann-Adolf Cohausz (Dresden), sagte bei der Einweihung: „Das jüdische Leben war und ist Teil der deutschen Kultur.“ Seit der deutschen Wiedervereinigung erlebe es eine deutliche Renaissance. Die Dresdner Synagoge gehöre heute „so selbstverständlich zur Silhouette der sächsischen Landeshauptstadt wie die Kuppel der Dresdner Frauenkirche“. Von dem Begegnungszentrum in Reichenbach wünsche er sich, dass es zu einem Ort der Versöhnung werde. Der Reichenbacher Oberbürgermeister Dieter Kießling (CDU) äußerte die Hoffnung, dass die Einrichtung auch zur Verständigung zwischen Religionen und Kulturen beitrage. Mit der neuen Begegnungsstätte auf dem Gelände der Landesgartenschau von 2009 wollen die Sächsischen Israelfreunde über das jüdische Volk, dessen Glauben und den Staat Israel informieren und Versöhnungsarbeit leisten. So sollen unter anderem Begegnungen zwischen Deutschen und Israelis stattfinden. Auch Schulgruppen wird die Möglichkeit geboten, sich mit dem Judentum und Israel auseinanderzusetzen. Eine Dauerausstellung bietet Einblicke in die jüdische Geschichte. Ausgestellt sind unter anderem Modelle der Stiftshütte und des salomonischen sowie des herodianischen Tempels. Das Projekt wird derzeit ehrenamtlich betreut, die Ausstellung kann nach Anmeldung besichtigt werden.

Enttäuschung über mangelnde kirchliche Unterstützung

„Christlich-jüdische Wurzeln“ würden in Deutschland zwar häufig zitiert, allerdings sei vielen Menschen deren Bedeutung nicht klar, sagte der Geschäftsführer der Sächsischen Israelfreunde, Wilfried Gotter (Schönborn). Hier wolle man aufklären und dazu beitragen, dass sich die Menschen wieder mehr mit dem Glauben auseinandersetzten. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Werner Hartstock (Reichenbach), zeigte sich gegenüber Pressevertretern enttäuscht über die mangelnde Unterstützung des Projektes durch die sächsische Landeskirche. Hier hoffe der Verein noch auf eine bessere Zusammenarbeit. Der 1998 gegründete Verein der sächsischen Israelfreunde hat 400 eingetragene Mitglieder. Sein Magazin „Zum Leben“ wird von 7.000 Interessierten gelesen. Vorsitzender ist der Dresdner Stadtrat Lothar Klein.