22.05.2012

Italien: Erdbeben löst Welle der Angst aus

Die Erdbebenserie in Norditalien hat eine Welle der Angst ausgelöst. Evangelikale Missionare sowie christliche Gemeinden und Katastrophenhelfer wollen den Betroffenen anhand der biblischen Botschaft Trost spenden und neue Hoffnung geben. Das geht aus Berichten aus dem Katastrophengebiet hervor.

Italien: Erdbeben löst Welle der Angst aus

Die Erdbebenserie in Norditalien hat eine Welle der Angst ausgelöst. Evangelikale Missionare sowie christliche Gemeinden und Katastrophenhelfer wollen den Betroffenen anhand der biblischen Botschaft Trost spenden und neue Hoffnung geben. Das geht aus Berichten aus dem Katastrophengebiet hervor.

Am frühen Morgen des 20. Mai hatte ein Beben der Stärke 5,9 die Provinzen Ferrara, Modena und Bologna erschüttert. Ihm folgten inzwischen rund 200 kleinere Nachbeben. Bei der Naturkatastrophe kamen mindestens sieben Personen ums Leben; mehr als 50 wurden verletzt. Etwa 5.000 Menschen wurden obdachlos. Sie sind in Zelten, Schulen und Sporthallen untergebracht. Eine bislang unbekannte Zahl römisch-katholischer Kirchen wurde zerstört oder stark beschädigt. In der Kleinstadt San Felice sul Panaro stürzten drei Kirchen ein. In Mirandola brach ein Kirchendach ein.

Für Verbreitung des Evangeliums beten

Neben staatlichen und säkularen Katastrophendiensten sind auch Mitarbeiter christlicher Organisationen im Einsatz. „Wir wollen im Gebet den Menschen nahe sein, besonders bei den Familien der Opfer“, erklärte der Direktor der katholischen Caritas in Italien, Francesco Soddu (Rom), gegenüber der ökumenischen Nachrichtenagentur ENInews (Genf). Wie der US-amerikanische Gemeindegründer Steve Thompson aus Bologna berichtet, sind viele Menschen von Angst übermannt worden. Das gelte vor allem für Personen ohne „starken Glauben an Gott, den Schöpfer und Erhalter der Welt“. Laut Thompson gibt ihre traditionelle Religion den Italienern wenig Hoffnung: „Seit Jahrhunderten wurden die Menschen nicht angehalten, die Bibel zu lesen.“ Thompson ruft Christen weltweit auf, dafür zu beten, dass die christliche Botschaft auf offene Ohren und Herzen trifft. Thompson arbeitet im Dienst der evangelikalen Mission TEAM (The Evangelical Alliance Mission) mit Sitz in Carol Stream bei Chicago.

Deutsche Missionare: Erdbeben als Anstoß zum Glauben

In Modena ist das deutsche Missionarsehepaar Michael und Rosa Stoehr für die Deutsche Missionsgemeinschaft (Sinsheim bei Heidelberg) tätig. Sie haben die Beben bisher unbeschadet überstanden. Angesichts der Naturkatastrophe erinnern sie an ein Ereignis aus dem Neuen Testament: Nach einem Erdbeben in Philippi in Kleinasien bekehrte sich ein Kerkermeister mit seiner Familie zum christlichen Glauben (Apostelgeschichte 16,25). „Mögen durch die Ereignisse in Norditalien ebenfalls Menschen zum Glauben kommen“, ist der Wunsch von Rosa und Michael Stoehr.

Adventisten: Eine Familie evakuiert

Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien will in ihren Gottesdiensten über die Erdbeben sprechen und beraten, was ihre 108 Gemeinden mit rund 9.300 Mitgliedern tun können. Materiell betroffen sind adventistische Gemeinden in Norditalien kaum; nur eine Familie wurde evakuiert, berichtet die adventistische Agentur APD. Adventisten feiern im Unterschied zu anderen Kirchen den Sonnabend und nicht den Sonntag als Ruhetag. Von den 60 Millionen Einwohnern Italiens sind rund 84 Prozent katholisch, 1,7 Prozent orthodox und 1,1 Prozent evangelisch. 8,5 Prozent sind konfessionslos, und der Rest gehört anderen Kirchen bzw. Religionen an. Die Italienische Evangelische Allianz repräsentiert rund 65 evangelikale Gemeinden mit etwa 2.000 Mitgliedern.

Quelle: idea.de