30.05.2012
Nigeria: Christen und Muslime sollen Frieden schaffen
Interreligiöse ÖRK-Delegation besucht Zentren der Gewalt
Nigeria: Christen und Muslime sollen Frieden schaffen
Interreligiöse ÖRK-Delegation besucht Zentren der Gewalt
Abuja (idea) – Um in Nigeria Frieden zwischen den Religionen und Konfliktlösungen zu bewirken, sollten Christen und Muslime zusammenarbeiten. Diese Hoffnung hat eine Delegation internationaler Repräsentanten beider Religionen nach einer Reise in das westafrikanische Land zum Ausdruck gebracht. Sie wurde vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) organisiert und von dessen Generalsekretär, Olav Fykse Tveit (Genf), sowie dem Vorsitzenden des königlichen jordanischen Al-Bayt-Instituts für islamisches Denken, Prinz Ghazi bin Muhammad (Amman), angeführt. Zum Schluss der Reise veröffentlichte die Delegation am 25. Mai in der Hauptstadt Abuja eine gemeinsame Erklärung. Darin heißt es, beide Religionen – Christentum und Islam – sehnten sich nach Frieden. Die Liebe zu Gott und dem Nächsten gehörten zusammen. Man hoffe auf eine „Umwandlung“ Nigerias, wo es in den vergangenen Jahren immer wieder zu blutigen Anschlägen und Gewaltausbrüchen gekommen ist.
Islamische Terrorgruppe strebt Gottesstaat an
Die Reisegruppe traf in Abuja, Kaduna und Jos mit Repräsentanten des Staates und der Religionen sowie Familien der Opfer von Gewalt zusammen. Erst am 30. April waren bei einem Selbstmordattentat auf einen Polizeikonvoi in Jalingo, Hauptstadt des überwiegend von Christen bewohnten Bundesstaates Taraba, mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Einheimische Medien machten die Terrororganisation Boko Haram (Alles Westliche ist Sünde) für diese Bluttat verantwortlich wie auch für zwei Anschläge auf christliche Versammlungen am 29. April. Dabei starben mindestens 25 Menschen. Ein Attentat ereignete sich auf dem Universitätsgelände der Stadt Kano, wo Katholiken einen Gottesdienst feierten und eine andere Gruppe eine Freiversammlung abhielt. Bei einem weiteren Anschlag in Maiduguri kamen mindestens vier Gottesdienstbesucher und ein Pastor ums Leben. Boko Haram strebt nach einem islamischen Gottesstaat. Nach Angaben des religionsstatistischen Werks „Operation World“ (Ausgabe 2010) sind 51,3 Prozent der 158 Millionen Einwohner Nigerias Christen. Muslime stellen 45,1 Prozent. Hinzu kommen Anhänger von Naturreligionen.